Smart Metering & Smart Grids – Informationen

Was ist Smart Metering?

Smart Metering beschreibt das Messen und intelligente Steuern des Energieverbrauchs bzw. Ressourcenverbrauchs. Darunter fallen Wasser, Strom, Erdgas oder auch Fernwärme. Mit Hilfe eines eingebauten Smart Meters (Smart-Meter-Zähler) wird der Verbrauch von Strom oder anderen Ressourcen gemessen und gesteuert.
Smart Metering bedeutet frei übersetzt soviel wie „gescheite“ oder „raffinierte“ Messung.

Das Zählverfahren Smart Metering ist seit 2005 in Deutschland liberalisiert worden und ist seit dem Jahr 2010 gem. § 21b EnWG (Energiewirtschaftsgesetzt) Pflicht bei Neubauten oder im Zuge einer Neusanierung von Gebäuden oder Wohnungen. Das bedeutet, dass eine neue Generation von Stromzählern (Smart-Meter-Zählern) verbaut werden muss, welche den Verbrauchern durch gesetzliche vorgegebenen Eigenschaften und Funktionen mehr Transparenz bietet.

 

Die elektronische und digitale Messeinrichtung des Smart Meters kann durch Fernauslesung die verbrauchten Werte an den jeweiligen Energiebetreiber übertragen, welcher die so erhaltenden Daten z. B. auswerten und zu Rechnungszwecken speichern kann. Zusätzlich zu den rein fernauslesbaren Geärten sind auch intelligente Zähler erhältlich. Diese geben dem Verbraucher die Möglichkeit seinen aktuellen Energieverbrauch am PC einzusehen und gegebenenfalls Einsparungen (z. B. durch Zeitgesteuerten Strom- und Wasserverbrauch) im Energiehaushalt vorzunehmen.

 

Warum Smart Metering?

Mit Smart Metering ist es möglich, ohne großen Aufwand den Energieverbrauch und die damit verbundenen Energiekosten kontinuierlich zu überprüfen und dementsprechend eine Analyse zur Energiekosteneinsparung zu erstellen. Zusätzlich können durch diese Messmethode Energiefresser aufgespürt und durch energiesparende Geräte ersetzt werden.

 

Ein wichtiger Bestandteil beim Smart Metering ist das intelligente Stromnetz, welches unter dem englischen Begriff „Smart Grid“ bekannt ist. Smart Grid vereint hierbei alle Beteiligen des gesamten Strommarktes. Angefangen beim Stromerzeuger über das Netzmanagement bis hin zum Verbrauch. Das über das Smart Grid
zusammengefasste System ermöglicht es schon bei der Stromerzeugung auf den aktuellen Bedarf Rücksicht zu nehmen, indem nur so viel Strom erzeugt wird, wie zum entsprechenden Zeitpunkt benötigt wird. Das ist sehr wichtig, da sich erzeugter Strom nur schwer speichern lässt bzw. dann bei Stromüberschuss hohe Kosten verursacht. Stromanbieter zahlen sogar bei Überschuss den Käufer Geld, wenn diese Strom abnehmen. Durch ein Smart-Metering und Smart-Grid kann z. B. zu solchen Zeit dann günstiger Strom abgenommen werden.

 

Smart Metering im Privathaushalt und Industrie

Das Prinzip des Smart Metering ist sowohl in der Industrie als auch im Privathaushalt identisch. Nach Einbau der elektronischen und digitalen Smart Metern, können die jeweiligen Verbrauchsdaten erfasst und per Fernauslesung direkt und unkompliziert zur Analyse und Steuerung übertragen werden. Hierdurch kann nach Auswertung der Daten sowohl für den Privathaushalt als auch innerhalb des industriellen Bereichs eine genaue Analyse der jeweiligen Verbrauchszeiten erfolgen. Ziel ist es, durch diese Analyse den Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig die Energieeffizienz zu erhöhen. Ein klassisches Beispiel im industriellen Bereich ist ein Pumpspeicherkraftwerk. Ist der Strom günstig bzw. besteht Stromüberschuss, dann wird Wasser in die Speicher gepumpt. Ist der Verbrauch bzw. der Strombedarf höher, dann wird Strom erzeugt und in das Netz eingespeist. Das Prinzip des Smart-Meterings ist ebenfalls auf Privathaushalten anwendbar. Bekommt der Privathaushalt über das Internet die Information vom Stromanbieter, dass der Strom gerade sehr günstig ist, dann schaltest sich das Gerät an. Der Strom wird dann günstig, wenn zu viel Strom in das Netz der Stromanbieter eingespeist wird bzw. es keine Abnehmer gibt.

Vor- und Nachteile Smart Metering

Smart Metering bieten dem Verbraucher eine Vielzahl an Vorteilen. An erste Stelle steht hier, dass der Verbraucher über das Internet und einen entsprechenden Zugang zu seinen Daten jederzeit seinen aktuellen Stromverbrauch einsehen kann. Hierdurch ist es z.B. möglich, Elektrogeräte mit einem hohen Energieverbrauch schnell zu erkennen und gegen energiesparende Geräte auszutauschen oder das Nutzungsverhalten dementsprechend zu ändern (z. B. das Gerät an Zeiten anschalten, wenn die Energiekosten niedrig sind).

Die auf diese Weise stattfindende Verbrauchsanalyse kann durch spezielle Module noch um die Möglichkeit der Hochrechnung auf den Jahresverbrauch und die zum Zeitpunkt der Hochrechnung erwartende Ersparnis an Energiekosten erweitert werden.

Ein weiterer Vorteil des Einbaus eines Smart Meters ist, dass die jährliche Ablesung durch einen Mitarbeiter des Stromanbieters bzw. des zuständigen Netzbetreibers entfällt. Die hierdurch eingesparten Kosten sollen mittelfristig durch sinkende Strompreise an den Endverbraucher weiter gegeben werden.

 

Neben den Vorteilen birgt das digitale Messverfahren des Smart Metering auch ein Risiko für den Verbraucher. Besonders der Datenschutz bemängelt, dass der Anbieter permanent Einsicht in die aktuellen Stromverbrauchsdaten des Kunden hat. Diese Einsicht gewährt dem Anbieter zusätzlich die Möglichkeit einen detaillierten Einblick darüber zu erlangen, wann der Kunde wie lange welche Menge an Strom verbraucht.

Neben dem Risiko des „Gläsernen Verbrauchers“ besteht zudem ein gewisses Manipulationsrisiko von außen über das Internet. Obwohl der Smart Meter dem Kunden eine genaue Analyse seines gegenwärtigen Stromverbrauchs gewährt, so ist es dennoch nicht möglich einzelne – besonders kleinere Geräte – ausfindig zu machen, die zu den Stromschluckern gehören. Hier müssen weiterhin separate Messgeräte zur Strommessung zwischen geschaltet werden.

 

Kosten für Smart Metering

Seit Januar 2010 ist der Einbau von entsprechenden Zählern, die eine digitale Datenerfassung durch Smart Metering ermöglichen vorgeschrieben und im § 21b EnWG fest verankert. In Neubauten oder Gebäuden, die grundsaniert werden, ist der Einbau von Smart Metern somit vorgeschrieben. Zusätzlich sollen dem Verbraucher seit Ende 2010 gem. § 40 EnWG zusätzliche Tarife angeboten werden, welche einen besonderen Anreiz zur Einsparung von Energie in Zusammenhang mit Smart Metering bieten.

 

Für den Einbau sind jeweils die Netzbetreiber zuständig, diese übernehmen auch die Einrichtung der entsprechenden Einstellungen bzw. die Konfiguration. Die Wahl des Zählers ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Je nach Gerät können hierbei Zuzahlungen in unterschiedlicher Höhe entstehen. Diese können je nach Gerät und Leistung bis zu 100€ betragen. Bedingt durch die erwarteten Einsparungen im Laufe des Abrechnungsjahres, sollen sich diese Anschaffungskosten jedoch innerhalb kürzester Zeit rechnen. Hier geben die Anbieter gerne Auskunft über entsprechende Kosten.

 

Um das digitale Messverfahren im vollen Umfang nutzen zu können, muss eine entsprechend schnelle Datenverbindung vorhanden sein (z.B. DSL). Ist dieses in der Wohneinheit nicht vorhanden entstehen für eine Einrichtung und die monatlichen Gebühren zusätzliche Kosten.

 

Umweltschutz

Ziel des Einsatzes des Smart Grid und der Nutzung von Smart Metern sowohl in der Industrie als auch im privaten Haushalt ist es, die Stromerzeugung zu optimieren und der tatsächlichen Nachfrage zu den unterschiedlichen Tagesleistungen anzupassen. Zusätzlich wird der Verbraucher durch kostengünstigen Strom angehalten, den zu den Schwachlastzeiten angeboten Strom zu nutzen. Dadurch wird das einfache Ableiten von überschüssigen Strom sowie die zusätzliche Stromerzeugung bei Stromspitzen minimiert. Die folge davon ist, dass dadurch weniger CO2 produziert wird, was der Umwelt zu gute kommt.

Wird in Verbindung mit Smart Metering Öko-Strom genutzt, so erhöht sich der Faktor Umweltschutz.

Smart Metering heute

Intelligente Stromzähler sind bereits seit dem Jahr 2005 in Deutschland anerkannt. Auch separate Messgeräte, welche den aktuellen Stromverbrauch eines angeschlossenen Gerätes anzeigen, haben sich in Privathaushalten bewährt. Innerhalb der letzten Jahre haben sich die Fähigkeiten und die Genauigkeit der Geräte stark verbessert.

 

Aktuelle Projekte befassen sich derzeit mit der Weiterentwicklung von Elektrogeräten, sogenannten Smart Appliances, um den Energieverbrauch noch weiter zu senken, ohne dabei auf Leistung zu verzichten. Zusätzlich wird an Komplettsystemen gearbeitet, mit denen der gesamte Energiehaushalt von nur einer Stelle aus gesteuert werden kann. Vereinzelt werden zurzeit spezielle Strom-Apps getestet, mit der z. B. über ein Smart-Phone (iPhone) das Licht oder die Kaffeemaschine eingeschaltet werden kann.

 

gesetzliche Vorgaben

Laut § 21b EnWG, dem Energiewirtschaftsgesetzt, ist der Einbau von Smart Metern seit Januar 2010 Pflicht für alle Neubauten oder Altbauten, an denen eine Grundsanierung vollzogen wird. Zusätzlich sind Energieversorger seit Ende Dezember 2010 dazu angehalten, den Kunden einen besonderen Anreiz zum Stromsparen zu geben, indem ihnen besondere Tarife angeboten werden. Diese Vorgabe wird in § 40 Abs. 3 EnWG beschrieben.

Auch wenn die Übertragung der durch einen Smart Meter erfassten Daten eine wichtige Voraussetzung zu effektiven Nutzung ist, so muss dennoch auf das Bundesdatenschutzgesetz /BDSG) Rücksicht genommen werden, in dem die Einwilligung der Datenübertragung vom Kunden eingeholt werden muss.

Ebenfalls muss bei der Rechnungsstellung an den Kunden, diese so überschaubar und verständlich erstellt sein, dass der Kunde hierdurch in der Lage ist, seinen Energieverbrauch einfach zu analysieren und mit dieser Information die Geräte entsprechend gesteuert werden können. (Endenergieeffizienzrichtlinie 2006/32/EG, Art. 13, Abs. 2).

 

Was wird von Energieanbietern derzeit angeboten?

Seit Beginn des Jahres 2011 sind die Energieanbieter § 40 EnWG dazu verpflichtet ihren Kunden Tarife zum effizienten Einsparen von Strom anzubieten. Viele Anbieter stellen Ihren Kunden bereits Zweizähler-Tarife zur Verfügung. Über einen Stromvergleich kann hier der jeweils günstigste erfragt werden.

In Verbindung mit Smart Metern laufen derzeit Pilotprojekte bei mehreren Energieversorgern, zu denen unter anderem Yellow-Strom, EnBW, E-ON und RWE gehören, wobei die jeweiligen Projekte zeitlich und zum Teil auch regional begrenzt sind.

T-Systems bietet zudem ein flächendeckendes Service-Netz auf, um die Möglichkeit der Datenübertragung im Bereich des Smart Grid zu ermöglichen. Hierbei dienen T-Systems jedoch nicht als Energieanbieter, sondern sind als reiner Dienstleister für die Installation und Wartung von Smart-Grids zu betrachten.

 

 

Kosten zu Smart Metering für Privathaushalte

Der Einbau und das Einrichten von Smart Metern werden durch den jeweiligen Energieversorger vorgenommen. Während der Phasen, in denen die Pilotprojekte laufen, ist der Einbau in der Regel kostenlos. Jedoch können je nach Gerät und Leistung zusätzliche Kosten auf den Kunden zukommen.

Einzelne Komplettsysteme wie z. B. das Voltcraft VSM-100 Smart Metering Komplettsystem gibt es für einen Preis ab etwa 200 € zu kaufen. Je nach gewähltem Tarif und einem entsprechenden Verhalten können die entstandenen Kosten durch eine Kosteneinsparung von bis zu 10% pro Jahr innerhalb eines Jahres ausgeglichen werden.

Für einzelne Smart Meter, die zur Strommessung einzelner Geräte genutzt werden können, entstehen per Gerät, je nach Ausstattung, etwa 40€ bis 70€.

 

 

Woher ich einen Smart Meter beziehen?

Auch unabhängig von einem entsprechenden Stromtarif und der Teilnahme an dem digitalen Smart Grid bzw. der digitalen Datenübertragung an den Versorger, kann der Verbraucher Smart Meter verwenden.

Sowohl im Onlinehandel als auch im Elektrofachgeschäft vor Ort gibt es eine entsprechende Auswahl an unterschiedlichen Geräten. Die Preise variieren hierbei je zwischen 40€ für einfache Energiekosten-Messgeräte bis hin zu 200 € für ein komplettes Smart Metering Messsystem, welches durch zusätzliche Module auf den gesamten Privathaushalt ausgedehnt werden kann.

 

Da die Auswahl und die Leistungsmerkmale besonders der größeren Smart Meter sehr groß ist, ist eine fachkundige Beratung empfehlenswert. Für Informationen und Empfehlungen zu effektiven und kostensparenden Smart Metern sind die Energieanbieter, die Smart Metering anbieten, die sicherste Anlaufstelle.

 

Was für Funktionen hat ein Smart-Meter?

Die Funktion der intelligenten Zähler überschreitet die, der bisherigen Strommess-Geräte. Wie bei den herkömmlichen Geräten zeigt auch ein Smart Meter den Energieverbrauch an, kann jedoch zusätzlich die so erfassten Daten auf einen bestimmten Zeitraum, z.B. einen Monat, hochrechnen. Hierdurch wird ein effektives Sparen von Strom erleichtert.

 

Durch die sehr genaue und auch zeitnahe Ablesemöglichkeit können bei der digitalen Messung durch einen intelligenten Verbrauchszähler auch z.B. Stromdiebstahl durch das umgehende Erkennen höherer Verbrauchswerte erkannt werden.

Des weiteren können die Verbrauchsdaten gespeichert werden, um sie zu
einem späteren Zeitpunkt genau zu analysieren. Diese Möglichkeit erleichtert es die Energieeinsparungen im Haushalt zu optimieren und auf lange Sicht hin dementsprechend zu reduzieren.

 

Vereinzelt wird bereits ein Zusammenspiel von Smart Meter und z.B. iPhone oder Handy erprobt. Hier kann durch ein spezielles Programm oder einer App, über welche verschiede Geräte oder das Licht im Haus ein- bzw. ausgeschaltet werden können.

Weitere Funktionserweiterungen der intelligenten Zähler, wie z.B. das Anzeigen der Verbrauchswerte von einzelnen Geräten sind ebenso in den Erprobungsphasen, wie auch der Einbau von intelligenten Zählern in Elektrogeräte. Hierbei ist das Ziel, dass diese Geräte per Zeitsteuerung automatisch zu den jeweils günstigen Tarifzeiten automatische starten.